Bild von Christoph Zantke mit der Filderharmonie

Musik von der Insel - Symphonisches aus England

so der Titel des abendfüllenden Programms, das die Filderharmonie, das Orchester der Stadt Ostfildern, im Theater an der Halle in Nellingen darbot. Im voll besetzten Saal konnte das Publikum ein großartiges Konzert genießen, das beeindruckend die Qualität des Orchesters unter der Leitung von Alexander Burda demonstrierte. Dabei brillierte vor allem Christoph Zantke als Solist am Violoncello, der das Publikum gleich vom ersten Ton an in den Bann schlug.

Mit „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar begann der konzertante Hochgenuss. Anfangs trübten leichte tonale und rhythmische Ungenauigkeiten den Klang, aber nachdem das Orchester sich gefunden hatte, stand der gemeinsamen Freude über wunderschöne Musik nichts mehr im Wege. Dieses Stück, das in Auszügen ganz am Schluss noch als Zugabe geboten wurde, bestach durch seine dynamische Ausgewogenheit.

Auch das zweite Werk, das auf den Notenständern des Orchesters zu finden war, stammte aus der Feder des Engländers Edward Elgar. Das „Konzert für Violincello und Orchester e-Moll“ präsentierte Christoph Zantke als herausragenden Solisten. Mit herrlich warmem Klang und beeindruckendem handwerklichen Können führte er dieses anspruchsvolle Werk komplett auswendig und mit großer Hingabe bei der Gestaltung einzelner Tonfolgen auf. Sichtlich genoss er dieses Werk - und mit ihm sein dankbares Publikum. Mit ungeheurer Strahlkraft präsentierte Zantke Momente voller Innigkeit ebenso wie brachiale Klangschichtungen und lotete dabei die faszinierenden Facetten der Komposition brillant aus. Großartig unterstützt wurde der Musiker, der hauptberuflich als Oberarzt in der Nuklearmedizin am Nürtinger Krankenhaus arbeitet, von den Musikerinnen und Musikern der Filderharmonie, deren Mitglied er ist.

Nach der Pause führte Alexander Burda mit seinem Orchester Benjamin Brittens „The Young Person’s Guide to the Orchestra“ auf. Der sympathische Stuttgarter hatte seine Filderharmonie hervorragend im Griff und führte sie zu Höchstleistungen. Mit Charme und viel Esprit moderierte er durch die Komposition, die die Instrumente eines Symphonieorchesters einzeln und auch im Tutti präsentiert. Als einzige Musikerin, die nicht festes Orchestermitglied ist, übernahm Flora Babette Kick den Part für die Harfe, die hier mit asiatischen Klangfarben überraschte. Britten, der bei dieser Komposition zwischen Tonalität und Atonalität spielte, setzte neben der klassischen Pauke unter anderem auch verschiedene Schlagwerkinstrumente wie Kastagnetten, Peitsche, Xylophon oder auch Triangel in Szene. Großartige Musik, hervorragend dargeboten von einem beeindruckenden Orchester, so lässt sich dieser Abend im Nellinger Theater an der Halle resümieren.

Artikel vom 22.11.2013 © Eßlinger Zeitung von Peter Eltermann.